Fragmente und Fabeln
MeistgelesenVerlag: Gustav Tempel
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Kapitel 78
13. Die Wohlthaten,
in zwei Fabeln.
[1] Hast Du wol einen größern Wohlthäter unter den Thieren als uns? fragte die Biene den Menschen.
Ja wol! erwiderte dieser.
»Und wen?«
Das Schaf! Denn seine Wolle ist mir nothwendig, und Dein Honig ist mir nur angenehm.
14.
[2] Und willst Du noch einen Grund wissen, warum ich das Schaf für meinen größern Wohlthäter halte als Dich, Biene? Das Schaf schenkt mir seine Wolle ohne die geringste Schwierigkeit; aber wenn Du mir Deinen Honig schenkst, muß ich mich noch immer vor Deinem Stachel fürchten.