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Gedichte

von Ferdinand Gregorovius

Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1892

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Kapitel 62

Nachtlied.

Im tiefen Dämmerdunkel hier
Saust noch ein Fittig über mir
Von einem Wesen, welches irrt
Allein, und muß die Nacht durchwanken,
Wie Schmerz, der einsam in Gedanken
Um eine todte Hoffnung schwirrt.

Es schweigt die Welt – kein Ton erschallt.
Starr steht der Fels und still der Wald,
Ich legte gern im Mondenschein
Mich nieder hier, und wollte neigen
Mein Haupt tief in das öde Schweigen,
Und schliefe gern auf ewig ein.

Am Rheinfall, 22. Juli 1863.