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Gedichte

von Ferdinand Gregorovius

Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1892

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Kapitel 54

Verhängniß

Es schwebt der Falk im hohen Blau,
Mit Flügeln schattig und grau;
Wie ein Kahn, der die Ruder nicht regt,
Hält er die Schwingen starr, unbewegt.

Ein Blitz gezückt in heitere Luft
Ob grünem Plan, den er macht zur Gruft
Für das Huhn, das im Schlafe nickt,
Oder sorglos am Halme pickt.

So schwebt, im Herzen unbedacht
Hoch über dir des Schicksals Macht,
Es zuckt herab mit einem mal
In deine Freuden der Todesstral.