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Gedichte

von Ferdinand Gregorovius

Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1892

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Kapitel 51

Kinderhimmel.

III.
Wanderlieder und Anderes.

Lagst du je auf grünem Hügel
In der lieben Kinderzeit,
Wo die Welt so weit, so weit,
Und der Sinn hat Schwalbenflügel?
Um dich her die Blumendolden,
Felder die in Aehren stehn,
Und, so hoch die Blicke gehn,
Ueber dir der Himmel golden?

Sahst du wol im Traumbesinnen
Seltsam da mit einem mal
Aufgethan die Himmel all,
Und die Paradiese drinnen?
Palm' und Ceder, die sich wiegen,
Burg und Palast wunderbar,
Schwanenweiher blau und klar,
Engel, die mit Harfen fliegen?

Jene Zeit ist lang vergangen,
Kinderwelt sie liegt in Ruh',
Und die Himmel die sind zu,
Tief verschleiert und verhangen.
Abends sitz' ich dir zur Seiten,
Manch Geheimniß thust du kund,
Und ich lausche deinem Mund,
Wenn du sprichst von Kinderzeiten.

Blick' ich dann, versenkt in Träume,
In das Angesicht dir stumm,
Ist's als säh ich wiederum
Oeffnen sich die Himmelsräume,
Palm' und Ceder, die sich wiegen,
Burg und Palast wunderbar,
Schwanenweiher blau und klar,
Engel, die mit Harfen fliegen.