Niederdeutsches Balladenbuch
MeistgelesenVerlag: Verlag von Georg D. W. Callwey | Jahr: 1925
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Dat Seelken vöer de Himmelsdöer
Twee Süstern Schwestern störwen up eenen Slag
Un wurden begrawen up eenen Dag.
Se flogen wull vör de Himmelsdör;
Sünte Peter, de röp: »Wer is dorvör?«
»Twee Seelken unnen vun de Eern,
De geerne in den Himmel weern.«
»De öllste kann in 'n Himmel ingaan,
De jüngste blifft vör de Dör bestaan.«
Se stunn un ween eer blödige Traan,
Da kwamm Sünt Maria un sach eer staan:
»O, Seelken, o Seelken, wat hest du daan,
Dat du ni draffst in 'n Himmel ingaan?«
»Wenn de Süster hedd to Wallfahrten gaan,
Denn heff ick wull vör den Spegel staan,
Wenn de Süster hedd beed't den Rosenkranz,
Denn heff ick lopen to Speel un Danz.«
»Un hest du sünst keen Sünn nich daan,
Denn draffst du mit in 'n Himmel ingaan.«
Sünt Marieken namm se an de Hand
Un floog mit eer rin in 't Engelland.
Dar sweev nu dat Seelken un lach un sung,
Dat et dör alle söwen Himmel klung.
Volksballade