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Deutschlands Liederschatz

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von Anthologien

Verlag: Arnoldis-Verlag, Halle-Leipzig | Jahr: 1924

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Kapitel 196

Nr. 194. Wir hatten gebauet ein stattliches Haus

Text von Aug. von Binzer.
Musik Volksweise.

1. Wir hatten gebauet ein stattliches Haus |: und drin auf Gott vertrauet, trotz Wetter, Sturm und Graus. :|

2. Wir lebten so traulich, so einig, so frei; |: den Schlechten ward es graulich, wir hielten gar zu treu. :|

3. Sie lugten, sie suchten nach Trug und Verrat, verleumdeten, verfluchten die junge, grüne Saat.

4. Was Gott in uns legte, die Welt hat's verachtet, die Einigkeit erregte bei Guten selbst Verdacht.

5. Man schalt es Verbrechen, man täuschte sich sehr; die Form, sie kann zerbrechen, die Liebe nimmermehr.

6. Die Form ist zerbrochen, von außen herein; doch, was man drin gerochen, ist eitel Dunst und Schein.

7. Das Band ist zerschnitten, war Schwarz, Rot und Gold, und Gott hat es gelitten, wer weiß, was er gewollt.

8. Das Haus mag zerfallen, was hat's denn für Not? Der Geist lebt in uns allen und unsre Burg ist Gott.

*