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Tausend und ein Tag. Orientalische Erzählungen. Zweiter Band

von Anonyme oder unbekannte Autoren

Verlag: Insel Verlag | Jahr: 1925 | Übersetzer: Paul Hansmann

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Kapitel 57

Kapitel 57

Harun Al-Raschid sah einen Greis, der einen Baum pflanzte. »O Alter!« sprach er, »das Bauen ginge noch hin, aber was soll das Pflanzen in deinen Jahren! Wie alt bist du denn?«»DreißigJahre.« »Du lügst.« »Nicht doch, o Herr, denn ich rechne die Jahre nicht, die unter der Regierung der Umaijaden verflossen, ich zähle meine Lebensjahre vom Anfang der Regierung deines Stammes.« »Wie magst du aber pflanzen ohne Hoffnung, die Frucht zu sehen?« »Ich pflanze für die Nachkommen, wie die Vorfahren für mich gepflanzt haben!« Der Kalif schenkte ihm tausend Dinare. »O Fürst der Rechtgläubigen,« sprach der Alte, »durch ein Wunder deiner Gnade hat der Baum, der erst in zwanzig Jahren Früchte bringen sollte, schon jetzt getragen!«